Himmlische Konstellationen

Vergebliche Kämpfe

Das Verhängnis des Achilles war seine verletzliche Ferse. Sie zu leugnen, machte ihn umso verwundbarer. 2023 wird sich zeigen, inwieweit wir inzwischen klüger geworden sind als er. Dass auch wir immer wieder scheitern, ist Teil unserer menschlichen Existenz. Was lernen wir daraus? Wo finden wir die Kraft, einen neuen Anlauf zu wagen? Was ermutigt uns, wodurch und worin bestärken wir andere?
Der Grat zwischen Heldentum und leichtsinnigem Draufgängertum ist schmal und gefährlich. Einem Dasein als Einzelkämpfer ist kein langfristiger Erfolg beschieden. Es gilt, unsere Willenskraft zu schulen und sie auf Ziele zu lenken, die unserem Handeln Sinn verleihen. Wie und warum wir kämpfen, ist genauso wichtig wie das Wofür. Und manchmal müssen die Waffen ruhen, weil wir des Kämpfens müde und unsere Anstrengungen vergeblich sind. Selbsterkenntnis: Wo wird mein Mut zum Durchstarten belohnt? Wo nicht? Was kann ich mit meiner Willenskraft bewirken? Was nicht? Wofür lohnt es sich zu kämpfen? Welche Rückschläge kann ich verkraften? Wo resigniere ich? Was treibt mich an? Was bremst und blockiert mich?
Wo kann ich einen Sieg davontragen? Woran scheitere ich? Wovon lasse ich mich hetzen? Wobei verliere ich schnell meine Geduld?
(Widder-Jupiter Konjunktion Chiron am 12. März)

Auf verlorenem Posten

Es sind die Ausnahmen, an denen sich unsere Regeln zu bewähren haben. Mit starren Vorschriften und rigidem autoritären Verhalten kommen wir 2023 nicht weit. Die Grenzen, sie sind fließend, und um Kurs zu halten, ist unsere Flexibilität gefordert. Bloß nicht den inneren Halt verlieren, sonst sind wir geliefert. Die Maßstäbe, an denen wir unsere Erfolge messen, müssen nachgiebig sein und uns auch Fehler erlauben. Härte wäre da fehl am Platz, stattdessen sind unser Mitgefühl und unsere Hilfsbereitschaft gefragt, sowohl uns selbst als auch anderen gegenüber.
Mit Herumlavieren ist es nicht getan. Unsere Ausrichtung und Orientierung müssen klar zu erkennen sein. Toleranz und Nachgiebigkeit – nicht als Ausdruck von Schwäche, sondern als Zeichen innerer Reife und Stärke. In unserem Verantwortungsbewusstsein dürfen wir nicht nachlassen, in unserem Ehrgeiz dagegen schon. Viele Dinge fügen sich auch ohne unser Zutun. Im Vertrauen darauf liegen unsere Kraft und Stärke. Selbsterkenntnis: Wo sind meine Hilfe und mein selbstloses Engagement gefragt? In welchen Bereichen bin ich selbst auf Unterstützung angewiesen? Was schwächt meine Autorität? Wie flexibel sind meine Grenzen? Wie tragfähig sind meine Sehnsüchte und Träume? Wo macht sich Ernüchterung breit?
(Saturn in Fische ab 7. März 2023)

Utopie oder Dystopie?

Die Zukunft muss sich nicht zwangsläufig als besser erweisen als die Vergangenheit. Im Gegenteil, die Revolution frisst gerne ihre Kinder. Und dennoch müssen wir an manchen Punkten einen Umsturz wagen. Zumindest Veränderungen zulassen und Mutationen ermöglichen. So, wie es über lange Zeit hinweg war, kann es nicht weitergehen. Was ist es, dass wir fürchten müssen? Den Konformismus, die Gleichschaltung, den Verlust unserer Individualität? Die Unterdrückung unserer individuellen Freiheit? Worüber bestimmen wir noch selbst, was bestimmt über uns? Wird uns der Bruch mit der Vergangenheit bessere Zeiten bescheren? An Fragen wie diesen wird sich unsere Zukunft entscheiden. Das viel gepriesene Wassermann-Zeitalter, was wird es uns bringen und ermöglichen? Wir werden schnell sein müssen, um das Ruder noch herumzureißen. Selbsterkenntnis: Wie frei und ungezwungen bin ich wirklich? Inwieweit ist meine Individualität echt? Wo ist sie lediglich aufgesetzt? Wo erlebe ich Gleichschaltung? Welchen Gruppenzwängen unterliege ich? Was sprengt den Rahmen meiner Vorstellungen? Wogegen muss ich rebellieren?
(Pluto in Wassermann 23. März bis 11. Juni)

Volle Kraft voraus

Alles neu macht der Mai. Mit ausreichend Mut und Pioniergeist bieten sich zahlreiche Möglichkeiten, erfolgreich durchzustarten. Was treibt uns an? Wofür kämpfen wir und mit welchem Ziel? Was können wir im Sturm erobern? Wofür verausgaben wir uns? Entscheidend ist, dass wir über eine starke Kampfmoral verfügen und nicht zu viele Eisen im Feuer haben. Wir sollten genau wissen, warum wir es so eilig haben und was uns so siegesgewiss macht. Sonst rennen wir mit dem Kopf gegen die Wand und verzetteln uns mit nutzlosem Aktionismus. Eine Neuorientierung steht an, und wir brauchen Ziele, die uns begeistern und für die es sich zu kämpfen lohnt.
(Jupiter in Widder vom 20. Dez. 2022 bis 16. Mai 2023)

Die Taschen voll, die Seelen ruiniert

Wo sind sie, die blühenden Landschaften, an denen wir uns laben können? Rasch welkt das Glück dahin, wenn wir es mit unseren Vorstellungen zu erzwingen suchen. Es liegt nicht in unserer Macht, darüber zu bestimmen, wo und wie das Paradies zu finden ist. Wir können es weder erschaffen, noch beherrschen. Die Hoffnung stirbt zuletzt, das sagt sich so leicht, und ist doch nur schwer zu verkraften. Wir werden der Schätze nicht habhaft, von denen wir uns Glück und Fülle versprechen. Viel wäre schon gewonnen, wenn es uns gelänge, die Moral aufrechtzuerhalten und unseren Prinzipien treu zu sein. Erfolge sind schnell verspielt, wenn wir unsere Seele dafür verkaufen. Worin unser wahrer Reichtum besteht, das zeigt sich 2023 in aller Macht und Deutlichkeit. Was wir verlieren, war unserer Ängste nicht wert. Uns wird gegeben, uns wird genommen. Dem gilt es in Demut zu begegnen, alles andere wäre Hybris und Größenwahn. Selbsterkenntnis: Welches Maß an materiellen und finanziellen Möglichkeiten entspricht mir? Mit welchen sinnlichen Genüssen verwöhne ich mich? Wobei bin ich unersättlich? Wovon besitze ich mehr als mir guttut? Wie viel Platz beanspruche ich und wofür? Wo neige ich dazu, es mir allzu bequem zu machen?
(Stier-Jupiter Sextil Fische-Saturn am 19. Juni)

Bühne frei

Alle 8 Jahre dasselbe Theater: Der Sommer der Liebe. Mit dem Herz am richtigen Fleck kann sich einmal mehr unsere (Rück-)Eroberungslust frei verwirklichen. Mag unser Werben auch leicht narzisstisch angehaucht und in Retro-Charme getaucht sein, was wir zu bieten haben, sollte sich sehen lassen können. Unsere Beziehungen spielen sich vor großer Kulisse ab, und es mangelt gewiss nicht an Stoff für ergreifende Dramen und am Gespür für pompöse Inszenierungen. The show must go on. Womöglich mit altem und vertrautem Personal. Leichtsinnig, wie wir sind, werfen wir uns der Vergangenheit in die Arme und lassen nichts unversucht, ihr neues Leben einzuhauchen. Wem oder was auch immer wir huldigen, es dürfte uns bekannt vorkommen und vertraut erscheinen. In Beziehungen, ob neu oder alt, dominiert das, was war und wieder so sein soll. Die guten alten Zeiten, sie leben hoch. Das könnte lustig, aber auch lästig werden. Wenn der Herbst einsetzt, ist die Party dann vorbei, und das Vergangene hoffentlich auch. Selbsterkenntnis: Bei wem ist mein Herz am richtigen Fleck? Wer ist mir wichtig und warum? Was bereitet mir Freude und mit wem teile ich sie gerne? Was schmeichelt mir und warum falle ich immer wieder darauf herein? Was bzw. wen möchte ich mir zurückerobern?
(Löwe-Venus rückläufig vom 23. Juli bis 4. Sept., wie schon vor 8, 16, 24, 32, 40 Jahren. Zur selben Zeit, am selben Ort.)

Alles ist vergänglich

Klammern wir uns nicht länger an eine Vergangenheit, die keine Zukunft hat. Erkennen wir stattdessen, welche unserer Mühen und Anstrengungen vergeblich sind. Mit falschen Vorstellungen lässt sich nichts erzwingen, dass wahr und richtig ist. Gefordert sind Konsequenz und Entschiedenheit im Denken und Ausdauer im Handeln. Das Motto des Jahres, es lautet: Aus und vorbei. Altes endet, Neues beginnt. Selbsterkenntnis: Auf welchen Vorstellungen beruht mein Sicherheitsgefühl?
Wie stabil ist mein Lebensfundament? In wessen Schuld stehe ich? Was bedrückt mich? Wie lange halte ich noch durch? Wie kann ich das Vergangene zu einem guten Abschluss bringen?
(Pluto in den letzten Graden Steinbock)

Markus Jehle,
www.astrologie-zentrum-berlin.de