AURA – Magazin

Suedostbayerns groesstes Anzeigenmagazin fuer ganzheitliches Denken, Fuehlen und Handeln

Musik-Empfehlungen

„World Peace Trio“, World Peace Trio, Enja

Das transnationale Trio um den indonesischen Pianisten Dwiki Dharmawan, Oud-Virtuosen Kamal Musallam und den Multi-Instrumentalisten Gilad Atzmon offenbart einen frischen, improvisatorischen Sound, der die Schönheit einer kulturellen Mannigfaltigkeit zelebriert. Das World Peace Trio hat nun sein erstes Album veröffentlicht. Eine einzigartige musikalische Auslebung – ein harmonisches Ganzes. Ihre Kompositionen entführen nicht nur in völlig fremde Sphären, sondern formulieren auf subtile Art und Weise auch eine wunderschöne Botschaft. (tr)

“ Breath of Voavah „, Prem Joshua, Silenzio 

Diesmal hat sich Prem Joshua ein bißchen mehr Zeit gelassen mit seiner neuen Veröffentlichung. Mir fällt angenehm auf, dass wieder mehr Jazzelemente in seine Musik einfliessen, und teilweise sogar etwas Klassik. Ansonsten trifft man wieder auf den typischen Sound: Weltmusikflair, teilweise in indischen Raga-Scales, mit Lounge Grooves unterlegt. Es dominiert die Sitar, auch Saxophon und Flöte erklingen. Unterstützt wird er diesmal von neuen Musikern: Dem Keyboarder Dondieu Divin und dem Sänger und Percussionist Raul Sengupte. (la)

„Prehension“, Joep Beving, Deutsche Grammophon

Seit jeher reagiere ich eher zurückhaltend bzw. zeitversetzt auf diverse Hypes. Und hab sogar das erfolgreiche Debut (Solipsism) des großen, bärtigen, holländischen Pianisten ignoriert. Auch der Nachfolger ist so ganz neu nicht mehr und spaltet schon mal die Kritiker. Was bleibt ist ein wunderschönes Piano Album, das wild und gleichzeitig schlicht ist. Und plötzlich ertappt man sich, dass es immer und immer wieder läuft und sich langsam, wie ein neuer, guter Freund, ins eigene Leben geschlichen hat. Und von dort auch nicht mehr wegzuhören ist. (vgh)

„Titok“, Anders Jormin & Joey Baron & Ferenc Snétberger, ECM

Die Covers der ECM Produktionen schauen ja fast alle gleich herbstlich aus. Aber manchmal ist bei diesem speziellen Label eine derartige Perle zu finden, dass man als Hörer feiner, sanfter Jazz Musik schon mal eine Gänsehaut bekommt. Natürlich möchte man zuerst die verführerische Saitenkunst des ungarischen Gitarristen Ferenc Snétbergers bewundern, aber dieses Trio besteht ausschließlich aus Meistern. Ein Anspieltipp ist das eingängige „Kek Kerek“. Aber dann will man natürlich auch den Rest hören. Immer wieder. Immer besser. (vgh)

„The Road Pt. 1“, Unkle, Songs For The Def

Lavelle – Gründer des Labels Mo’ Wax – hat für seine neue Platte eine ungewöhnliche Dramaturgie gewählt: ein elegisches „Farewell“ zu Beginn, dann Regen, bleifüßiger Rock, sacht Tanzbares, bevor die Platte so balladesk endet, wie sie begann. Unter dem Namen Unkle versammelte Lavelle seit seinem dem Debüt aus dem Jahr 1998 schon Größen wie Thom Yorke und Mike D. Und obwohl er auch für sein neues Werk aktuelle Künstler gewinnen konnte, wurzelt sein Sound so klar in den 90ern, dass der Gedanke erlaubt sein muss: Noch ein paar Jahre, dann ist das Retrofuturismus. (me)

„Kind of Spain“, Wolfgang Haffner, ACT

Wolfgang Haffner lebt seit einigen Jahren auf Ibiza und ist mit der Musik Spaniens bestens vertraut. Für dieses wunderbare Album hat er sich dennoch keine spanischen Musiker ausgesucht, sondern langjährige Vertraute, die ihn traumwandlerisch begleiten. Bei „Kind Of Spain“ sind der schwedische Bassist Lars Danielsson und Jan Lundgren am Klavier dabei; außerdem der Vibrafonist Christopher Dell, Gitarrist Daniel Stelter und Sebastian Studnitzky an der Trompete, der diesem Album mit seinem weichen Sound einen Hauch von Melancholie beschert. (jp)

“ Soultravel – Seelenreise „, Shaymani, Silenzio 

Eine geglückte Südamerika Fusion Produktion. Teilweise erinnert mich das Album an frühere Enigma und Sacred Spirit Produktionen, dann kommt wieder die Lebensfreude durch, die den Menschen aus den Anden zu eigen ist. Es dominiert die Panflöte, teilweise auch die indianische Blockflöte, natürlich gespielt von echten südamerikanischen Musikern. Das ganze ist komponiert und produziert von einem gewissen Mario Spindler, der hier sein großes Talent beweist. Ein Anteil des Erlöses der CD kommt einem Projekt von Plan International zugute. (la)

„Brownswood 10“, Various Artists, Brownswood Rec.

Dieses Jahr sticht so manche Compilation funkelnd und sprühend heraus bei den Neuveröffentlichungen im Genre „Mordern Jazz/Worldmusic.“ Das Brownswood Label wurde 2006 von Gilles Peterson ins Leben gerufen. Was damals als ein „Just for fun“ Projekt begann, bietet mittlerweile ein bunt strahlendes Dach für ganz unterschiedliche Sounds aus den Bereichen „Jazz, Soul, Rumba, Afrobeat etc.“ Brownshood Records feiert auf dem vorliegenden Sampler geradezu den Multikulturalismus, während anderswo Mauern aufgezogen werden. Schön dass hier die Kunst so wohlklingend vorausgeht. (vgh)

“ Hari Om Tat Sat “ , Arupa, Spiral Sounds

Arupa, dessen erstes Album Mutter Meera gewidmet war, spielt und singt sich auf diesem Album durch alle möglichen bekannten Mantras mit einer Freude , die ansteckend ist. Mit Rock und Balkanflair lädt diese CD zum Tanzen und Mitsingen ein. Es gibt aber, dank dem Einfluß von Sundaram, der auch mit von der Partie ist, diesmal auch einige ruhigere Stücke zum Träumen und Schwelgen. (lt)

„Reflections – Mojave Desert“, Floating Points, Pluto

Ende 2015 veröffentlichte Floating Points aka Sam Shepherd sein Debut-Album “Elaenia” und schloß damit die Lücke zwischen seiner enthusiastischen Dance Music, seiner Liebe zum Jazz und seinen klassischen Wurzeln. Nach seinem gefeierten Debüt wuchs Floating Points live zu einer Band von talentierten Musikern mit Sam an der Spitze. Nun hat Floating Points als ersten Teil einer neuen Serie mit REFLECTIONS – MOJAVE DESERT‘ einen sehens- und hörenswerten Kurzfilm und Soundtrack mit völlig neuen Kompositionen veröffentlicht. Bitte zurücklehnen und geniessen. (li)

“ Ho`oponopono “ , Joachim Goerke, sajema music

Wenn Du ein Problem hast, gleich welcher Art: Lege diese CD ein, und Du wirst wieder mit Allem in Frieden kommen ! Joachim Goerke begleitet Dich durch 50 Minuten mit sanftem Klavierspiel und den gesungenen vier Ho`oponopono- Sätzen : “ Es tut mir leid- Bitte verzeih mir- Ich liebe Dich- Ich danke Dir ( so sehr ) „. Und er macht das richtig gut: Denn nach einiger Zeit bekommst Du diese vier Sätze nicht mehr aus Deinem Kopf heraus und dann ist es schon geschehen ! (lt)

„All meine Farben“, Sing Ananda, Silenzio

Das erste Album ‚All meine Farben‘ von SingAnanda berührt mit Gitarre, Ukulele, Harmonium, indianischer Flöte sowie den authentischen Stimmen der beiden Songwriter Christa und Frank Schäffer. Mit den einfachen und zugleich tief berührenden Wahrheiten in den deutschen wie englischen Liedern und Mantras, die oftmals ein liebevolles Lächeln ins Gesicht zaubern, gelingt es, achtsam im Moment zu sein, ein kostbares Hier und Jetzt zu genießen. Diese CD eignet sich für ein heilsames Rendezvous mit sich selbst ebenso wie für das Chanten in der Gruppe. (sil)

„Tribute to Ndiouga Dieng“, Orchestra Baobab, World Circuit

Die senegalesische Formation Orchestra Baobab wurde bereits 1970 gegründet. Zuletzt veröffentlichte sie 2007 das Album »Made in Dakar«. Doch von Vorruhestand kann kein Rede sein. Wie man das bereits von früheren Aufnahmen kennt, fusioniert Westafrikas berühmteste Tanzband auch auf »Tribute To Ndiouga Dieng« in unnachahmlicher Manier afrokubanische Rhythmen mit westafrikanischen Grooves. Diese unwiderstehliche Mischung steht genau für den Sound, der das Orchestra Baobab zur Legende machte. (jp)

„Torch Songs For These Turning Times“, Susannah Darling Khan, Silenzio

Die Musikerin und von der Großstadtschamanin Gabrielle Roth ausgebildete Tanztherapeutin Susannah Darling Khan verwirklicht mit der Gruppe Be-Attitude hier ihre eigene Interpretation der 5-Rhythmen-Meditation (Flowing, Staccato, Chaos, Lyrical, Stillness). Gefühlvoller Chorgesang und ambient-popige Melodien sowie fetzige Trommelrhythmen machen auch das passive Zuhören zu einem musikalischen Erlebnis. (sil)

„Reflection“, Brian Eno , Warp

Was für spirituelle Kreise die Mediationsmusik von Deuter, Kitaro etc. bedeutete, nämlich Musik ohne viel Gedöns, die den Parasympathikus nährt und das Gehirn runterfahren lässt, das war Brian Eno und sein Ambient Netzwerk – über all die Jahre – für den Rest der Welt. Schließlich will der Mensch zu bestimmten Zeiten nicht noch mehr aggressive, akustische Berieselung bzw. eintönige, schlechte Radiomusik ertragen, sondern auch mal Musik bzw. Klangkonstruktionen, zu denen sich wirklich chillen und reflektieren läßt. Und das nicht nur auf Flughäfen. (vgh)

„Future Sound of jazz Vol. 13“, Diverse, Compost

Tief in den 90igern ging es bereits los mit diesen futuristischen Compilations und immer noch schnüffelt diese Jazz Nase mit dem guten Ohr und den noch besseren Händchen, wohin die Entwicklung geht und präsentiert, gerade mit der vorliegenden Vol. 13, erneut eine solche Zusammenstellung von bis hierhin noch nie gehörten Perlen. Dabei zieht er zwischendrin auch mal das Tempo an, lässt neue Künstler zu Klang kommen und bezieht ebenso alte Hasen wie z.B. Peter Kruder mit ein. Vol. 13 – eine der besten Compilations des Genres seit Jahren. (vgh)

„Buddha Bar Clubbing“, DJ Ravin, Silenzio

Mit der zweiten Ausgabe der „Clubbing“-Reihe entführt uns DJ Ravin nach Südamerika. Weltbekannt für seine seelenvollen Downtempo-Sets, vereint der Buddha-Bar-Resident in seinem Lounge- und House-Mix exklusiv zusammengestellte Stücke aus Peru, Brasilien, Kolumbien und Argentinien zu einer spirituellen Reise, die jeden an elektronischer Musik Interessierten für rund 70 Minuten in ihren Bann zieht. Dabei hat es sich der Star-DJ nicht nehmen lassen, neben arrivierten Kräften wie Stephan Bodzin und Daniel Falkenberg auch Newcomer in seine „Deep Session“ einzuflechten. (sil)

„Evolution, Seeds & Streams“, John Ellis, Gondwana

Das ist genau der Sound für Leute die normalerweise keinen Jazz mögen. Oder um es in den Worten von Michael Hütten zu sagen: „Wenn Jazz für Wohlsein, Ruhe und Wärme sorgen soll, dann ist Ellis einer der Meister.“ Acht wunderbare und weitgehend handgemachte Stücke. Ich könnte nicht mal sagen, an wen mich dieser tiefgehende Sound erinnert und werte das als gutes Zeichen. Hier berühren sich wieder einmal Jazz und Spiritualität, umarmen sich Bewährtes und Innovatives. Verschmelzen dabei in was einzigartig Schönem. Einfach immer weiter lauschen…. (vgh)

„The Temple Of I & I“, Thievery Corporation, Esl Music

Das in der karibischen Atmosphäre aufgenommene „The Temple Of I&I“ atmet den Spirit und den Rhythmus Jamaikas und klingt wie eine Fortsetzung des legendären Thievery Corporation Debütalbums „Sounds From The Thievery Hi-Fi“ (1996). Das Duo siedelte für die Aufnahmen mit seiner gesamten Live-Rhythm-Section aus Washington, DC in die Geejam Studios in Port Antonio im Herzen Jamaikas. Dort entstanden mit viel Ganja und Rum und diversen Vokalisten, fünfzehn fabelhafte Tracks zwischen Dub, Downbeat, Reggae, Hip-Hop und Electronica. (am)

“ Haseya „, Ajeet Kaur, Ajeetmusic

Die meiner Meinung nach derzeit beste Kundalini Yoga Veröffentlichung fängt mit folgenden gesungenen Worten an : “ Mother I feel you under my feet, father I hear your heartbeat within me “ , welches wie eine Verheißung für den Rest des Albums klingt, das einen direkt ins Herz trifft. Das Wort Haseya entstammt der Sprache der Navajo Indianer und bedeutet “ sich erheben “ . Es geht um den Aufruf an alle Kulturen, zusammen zu kommen und den Schmerz zu heilen, der uns alle voneinander und der Erde trennt, was sich auch in ihren multikulturellen Mitmusikern spiegelt. (lt)

“ Soham – Je suis cela “ , Renèe Sunbird, Silenzio

Das besondere an dieser CD sind nicht allein die Mantras, die Renèe nämlich schon auf ihren vorigen beiden Veröffentlichungen vertont hat. Sie fügt diesmal auch die Bedeutung der jeweiligen Mantras in französischer Sprache hinzu; und diese Symbiose der Sanskritsprache mit der französischen Sprache zergeht im wahrsten Sinne auf der Zunge. Dazu passt ihre mädchenhafte Stimme, die sie selber mit einer Ukele begleitet. Klavier, Gitarre, Violine, Flöte und Esraj runden die Instrumentierung ab. (lt)

„Six Strings and Shiva“ , Steve Gold , Sounds True

Der neueste Favorit der Yoga Szene: Wem die herkommlichen Mantra-Alben zu indisch sind, könnte hier gut bedient sein. In frischem Gewand präsentiert Steve Gold Mantras mit selbst eingefügten englischen Texten auf seiner Gitarre begleitet im Folk- und Bluesstil. Das Besondere an dieser CD ist, daß hier nicht ein Angehöriger eines Gurus die Mantras seiner Tradition interpretiert, sondern ein richtig guter amerikanischer Songwriter angefangen hat Mantras in seine Melodien einzufügen. (lt)

„You raise me up“ , Andreas, Touching Voice

Andreas Krause ist in der Szene bekannt geworden durch seine bisher veröffentlichten Mantra – und Obertongesang – CDs. Diesmal hat er sich etwas ganz Anderes vorgenommen, und seine eigenen “ all time favorits “ aufgenommen. Seine interpretierten Pop – Juwelen werden dezent von einem Klavier begleitet, und bleiben somit in einem entspannten Rahmen. Allem vorran der Kassiker “ You raise me up “ und weitere acht Covers von Interpreten wie John Denver, Neil Diamond und Billy Joel. (lt)

„You want it darker“, Leonard Cohen,Columbia

Die Nachricht eines angekündigten Todes hat ihr Ziel erreicht. Jetzt, nach dem Ableben von Leonhard Cohen, sind diese letzten Lieder erst richtig angekommen. Wenn diese CD als vorausgeschickte Todesnachricht geplant war, dann war sie gut vorbereitet. Nahtlos grenzen die neuen Lieder an die früheren Songs, so sorgfältig sind die Arrangements, so ergreifend ist die Musik, und so dankbar muss man dem Team sein, das in den letzten Monaten mit ihm noch diese hervorragende musikalische und biographische Kostbarkeit hervorgebracht hat. (wt)

„Orphee“, Johann Johannsson, Deutsche Grammophon

Der preisgekrönte Komponist aus Island beschert uns mit „Orphee“ eine Meditation über die Schönheit und den künstlerischen Schaffensprozess. Jóhannsson bewegt sich frei zwischen Filmmusik, klassischem Minimalismus, Ambient und elektronischer Musik und schildert dabei einen Weg von der Dunkelheit ins Licht. „Die Musik des Isländers lässt sich durch Genrebegriffe nicht einfangen. Sie schwebt zwischen Ambient, zeitgenössischer Klassik und dem Spiel von akustischen Instrumenten und elektronischen Sounds.“ (ndr) Nichts dazufügen. Einfach weiterschweben. (vgh)

„Island Songs“, Olafur Arnalds, Mercury Classics

Und es geht gleicht weiter in Island. Innerhalb von sieben Wochen nahm Ólafur Arnalds an sieben verschiedenen Orten auf der rauen Vulkaninsel mit den unterschiedlichsten ortsansässigen Musikern und Künstlern jeweils einen Titel, inspiriert und beeinflusst von den regionalen Eigenheiten, auf. Seine bewegende Reise brachte ihn dabei mit musikalischen Wegbegleitern zusammen. Das Ergebnis ist eine facettenreiche Hommage an Islands Kultur und seine Bevölkerung voller unterschiedlicher Farben und faszinierender Geschichten, die einen in ihren Bann ziehen.(ka)

„Citizen of glass“, Agnes Obel, Pias

Agnes Obel ist eine Sängerin und Pianistin, für deren Alben man sich im Prinzip jedesmal ein neues Abspielgerät kaufen müsste, denn ihre CDs wollen einfach nicht mehr raus aus dem Player. So war es mit dem Debüt „Philharmonics“ im Jahr 2010, so war es mit dem Nachfolger „Aventine“ drei Jahre später, und jetzt ist es schon wieder dasselbe mit „Citizen Of Glass“, dem neuen Werk, gerade erschienen – man kriegt es einfach nicht raus, wo auch immer, aus dem MP3-Player, aus dem CD-Spieler. Aus dem Kopf. (st)

„No“, Uffe, Tartelet Records

Aufgewacht, durchgestreckt und hinein in den innovativen Sound-Spektakel-Kosmos des dänischen Producers Uffe. „No“ ist vielschichtig, persönlich und immer und ständig für eine Überraschung zu haben. Hier verrauchte Trip-Hop-Beats auf Dancefloor-Magneten, dann plötzlich ein unglaubliches Trompeten-Solo. Darüber streuselt man noch ein paar hypnotische Breakbeats und polyrhythmische Percussion-Samples, einen Löffel gesunde Leidenschaft für Kitsch und fertig ist ein sogenannter Future Classic. Zum sanften Einstieg empfiehlt der Autor „I care for you“. (vgh)

„Departed Glories“, Biosphere, Smalltown

Departed Glories ist norwegische Ambient-Musik für den Herbst. Die Blätter also ruhig mal fallen lassen. Schauen was war und was bleibt. Inspiriert wurde das Album von einem Besuch in Polen, in dem der Künstler alte musikalische Traditionen aus Osteuropa aufgesaugt hat. Das Licht wird zwar weniger, scheint aber dennoch subtil durch diesen Klangteppich hindurch. Der Gesang wirkt oft wie angedeutet in diesem meditativen Klangkosmos. Musik für Stimmungen, in denen man eh lieber zuhause bleibt. Oder gedankenverloren durch’s Laub mit dem Kopfhörer latscht und lauscht. (vgh)

„Immortelle“, Deuter, New Earth

‚Immortelle‘ ist im Besonderen dem Prozess der Heilung gewidmet. Jedes Stück der CD trägt den Namen einer Heilpflanze, die der Menschheit schon seit Jahrtausenden helfend zur Seite steht. Deuter vermag wie kein anderer Klänge zu empfangen und diese in Musik zu übertragen, an der wir uns alle erfreuen. Deuters feine Kompositionen transzendieren die Begrenzungen der Aura. Er war der Hofkapellmeisters des Gurus und ist nach wie vor ein Meister der modernen Meditationsmusik. Immer wieder ein Garant für das Erschaffen einer harmonischen Balance von Musik und Spiritualität. (si)

„Just one drop“, Radharani, White Swan

Tiefe Sehnsucht mischt sich mit süßer Ausleuchtung in Radharanis ‚Just One Drop‘. Dieses Debut Album ist reich an Sonic Kunst und Innovation. Radharani verwebt Einflüsse von Trip-Hop, Ambient- und Sonic-Rock mit traditionellen indischen Instrumenten und Mantras. Aufbauend auf langjährigen Wallfahrten und einem Studium in Indien, sucht Radharanis die heiligen und paradoxen Stimmungen der göttlichen Liebe zum Ausdruck zu bringen: gleichzeitig klar und doch geheimnisvoll, hell und dunkel, verloren und wiedergefunden. Ein Juwel ist daraus entstanden. (si)

„Most personal“, Rebekka Bakken, Universal

Natürlich ist sie eine der besten und vielseitigsten Sängerinnen der Welt. Ob sie Tom Waits neu interpretiert oder norwegische Traditionals, Pop- und Folk Songs oder anspruchsvollsten Jazz. Spätestens wenn man die Norwegerin einmal live erlebt hat, weiss man um die unglaubliche Flughöhe ihres Könnens. Jetzt also „most personal“ mit den besten Songs aus ihren bisherigen Alben plus fünf brandneuen Aufnahmen. Bleibt ihr zu wünschen, dass sie nun endlich, auch ausserhalb ihrer langjährigen treuen Fangemeinde, mehr und mehr begeistert wahrgenommen wird. (vgh)

„Creation“, Nat Birchall, Sound Soul

Die Highlights der aktuellen spirituellen Jazzbewegung kommen in diesem Jahr aus dem brexit-geschüttelten England. Gilles Peterson hält den Saxophonisten Nat Birchall für einen der besten Musiker auf der Insel und so landete sein letztes Album „Invocations“ auf Jazzmann auch in seiner 2015er Bestenliste. Dieser neueste Output ist bereits sein achtes Album und sein bisher komplettestes Werk.“Creation“ wurde mit zwei Schlagzeugern eingespielt. Es erinnert in seiner ganzen Wucht schon mal an John Coltrane, Pharao Sanders und natürlich Matthew Halsall. (vgh)

„Audiodidact“, Vicmari, Slopemusic

Innovativer House made in Südafrika. Soulig, funkig mit warmen Chords und eleganten Melodien. Natürlich erfindet der junge Vicmari dieses Genre nicht neu, aber das Album ist durchgängig tanzbar und schwingt dabei erfreulich positiv, cool und optimistisch, wie man es von solcherlei Produktionen aus den Townships nicht unbedingt gewohnt ist. Sehr elegante Platte also für die Tanzfläche, aber auch für eine längere Autofahrt mit einer guten Anlage. Oder einfach zum Aufraffen und Schwung kriegen. Jedenfalls nie 0815. (vgh)

„Atmospheres“, Tigran Hamasyan, ECM

Kein Geringerer als Manfred Eicher wurde auf die Musik von Pianist Tigran Hamasyan und dem Live-Sample-Künstler Jan Bang aufmerksam. Zusammen mit dem Trompeter Arve Henriksen und dem Gitarristen Eivind Aarset entstand daraus ein ganz besonderes Doppelalbum, weil die vier Musiker sowohl verschiedene Stile als auch Kulturen miteinander verbinden. So trifft auf »Atmospheres« armenische Folkmusik auf modernen Jazz . Hinzu kommt die spannende Kombination aus Piano, Trompete, Gitarre und Live-Sampling, die das neue Album zu einem einmaligen Hörerlebnis macht. (jp)

„International Dance Rekord“, Harmonious Thelonious, Italic

Weltmusik für die Tanzfläche. Schräg, farbenfroh und zeitlos. Könnte das brauchbar für Freitänzer Abende sein? Diese launischen Freitänzer aber auch! Vielleicht ist das denen doch ein bißchen zu harmonisch mit dem Harmonious Thelonious. Aber es grooved so schön modern und international. An der Oberfläche zwar ein wenig verspielt mit eingestreuten Schnörkeln wie Cowbells, Flöten und Gitarrenloops, aber dann setzt sich doch wieder ein satter, tiefer und eleganter Schwung für die Hüften durch. Wird man sehen wie’s ankommt…(vgh)

„Far Islands and near places“, Quentin Sirjacq, Karaoke Kalk

Verdammt, ist das ein schönes Album geworden. So sollte sich moderne Meditationsmusik anhören. Und weder aus Skandinavien, noch aus England, sondern das Solodebut eines Ambient Pianisten aus Paris. Sehr sensibel, sehr fein und dennoch innovativ und experimentell. Dabei aber nie langweilig, sondern eher verführerisch dem Alltag und allen schlechten Nachrichten entfliehend. Hellwach und entspannt in eine bessere Welt hineinträumend. Da freut sich die rechte Gehirnhälfte, Und das vegetative Nervensystem ebenso. (vgh)

„Sketches from an island 2“, Mark Barrott, International Feel

Was ist eigentlich aus der Ambient-Sonnenuntergang Balearen Bliss Musik geworden? Nachdem Jose Padilla damals die Cafe del Mare Szenerie verlies, fehlte irgendwie der magische Spirit, dem sich Ende der 90iger kaum ein angesagtes Cafe zwischen Tanger und Helsinki entziehen konnte. Aber was wäre gewesen, wenn sich dieser mühelose, chillige Ibizasound tatsächlich weiterentwickelt hätte? Na gut, ein wenig Hawaii Sound mischt Herr Barrott schon auch mit rein in seine Sketches from an island. Passt aber alles fein zusammen. (vgh)

„Day to day“, Sarathy Korwar, Ninja Tune

Man glaubt ja zuweilen, dass man schon alles gehört hätte. Aber manchmal gibt es, grade in der Weltmusik Szene, dann doch wieder eine Produktion wo sich die Ohren langstrecken und staunen was alles geht. Hier verschmelzen traditionelle indische Gesänge und Percussions mit Jazz und elektronischen, jazzigen Elemente aus dem modernen London. Auch wenn’s nach einem albernen Klischee klingt, aber hier vereinigen sich Ost und West, Vergangenheit und Zukunft, tiefste Provinz mit wilder Großstadt. Wie der Kollege Mala, aber ganz anders. (vgh)

„Rumi Songs“, Trygve Seim , ECM

Der Titel des neuen Albums von Trygve Seim verrät es gleich: als Inspiration dienten dem norwegischen Saxophonisten und seinem Quartett für „Rumi Songs“ Gedichte des persischen Sufi-Mystikers Rumi. Mit Stücken, die wechselweise von der klassischen Liedertradition, zeitgenössischer Kammermusik, arabischer, indischer und noch mancher anderer Musik beeinflusst sind, fällt es schwer, diese „Rumi Songs“ präzise zu definieren. Einige von ihnen sind straff durchkomponiert, während andere in intensive und einfallsreiche Improvisationen eingebunden sind. (jp)

„Soul Journey“, Felix Maria Woschek, Spiritual Music

Felix Maria Woschek, einer der Pioniere von Mantra- Musik, hatte lange kein Album mehr aufgenommen. „Als ich all die Tragödien, die in der Welt gerade passieren sah, all die Flüchtlinge, Kriege und leidenden Kinder, wußte ich, daß ich das tun sollte, was ich am besten konnte – heilende Musik schaffen um die Liebesfrequenz auf der Welt zu erhöhen. “ Und das tut er symbolisch auf dieser CD mit jeweils zwei vom Christentum und Sufismus orientierten Tracks. Gemeinsam mit Ustad Sultan Khan zeigt er damit, wie nahe sich der Orient und der Okzident kommen. (lt)

„Temple at Midnight“, Miten, Silenzio

Eigentlich ist Mitens erste Solo-Veröffentlichung seit langer Zeit nur ein verdammt gutes Pop-Album eines Altkünstlers. Aber Miten ist nicht im Mainstream gelandet, sondern hat sich irgendwann dem spirituellen Weg zugewandt. Seine Texte sind voll mit tiefer Mystik , die nur aus einer jahrelangen Meditationspraxis entstehen können. Die Vielfältigkeit der verwendeten Stilrichtungen gibt auch seine langjährige Erfahrung als Musiker wieder: Die Spannweite reicht von Blues über Gospel, Reggae, Soul und eben jene typischen Pop- Balladen, die ihm so eigen sind. (lt)

„Land of Gold“, Anoushka Shankar, DG

Bilder des Flüchtlingsdramas und ihre Empörung darüber trieben die Tochter des jüngst verstorbenen Ravi Shankar im Sommer letzten Jahres ins Studio um „Land of Gold“ zu produzieren. Die Tracks entstanden dann mit diversen Gaststars (von M.I.A. über Manu Delago bis Vanessa Redgrave!) in der Toscana, in London und in New York. Was auf den ersten Eindruck wie ein weiteres Fusionexperiment von indischer und westlicher Musik klingt, offenbart sich schließlich als Einheit und als tiefer Ausdruck einer der begabtesten Weltmusik Künstlerinnen unserer Zeit. (vgh)

„Late Night Tales“, Ólafur Arnalds, Late Night Tales

Spätestens mit dem Meisterwerk „…And They Have Escaped The Weight Of Darkness“ und seinem prämierten Soundtrack für die TV-Serie „Broadchurch“ wird Olafur Arnalds in einem Atemzug mit jungen, angesagten, multitalentierten Komponisten wie Nils Frahm oder Jon Hopkins genannt. Diese verstehen es perfekt, Experiment und Abenteuer der elektronischen Musik mit der Sensibilität klassischer Musik zu verbinden und – wie hier auf der neuen „Late Night Tales“ – mit brillantem Post-Dubstep (Koreless, James Blake) zu ergänzen. Brillant! (am)

„Dawn“, RY X, Infectious

Immer auf der Suche nach Künstlern und Sounds die so noch nicht gehört wurden, stieß ich kürzlich auf das neue Album des australischen Songwriters Ry Cuming, der mittlerweile den Künstlername Ry X benutzt. Das geniale Stück „Berlin“ hatte ich schon mal gehört. Ansonsten alles sehr minimalistisch, hypnotisch und schwer zuzuordnen. Ist das noch Pop Musik? Klingt so ein innovativer Sänger im Jahre 2016? Hab ich da eben einen Coldplay Einfluss vernommen? Alles Quatsch und umso besser wenn der Verstand dann doch kapituliert und man einfach weiter lauscht und staunt und genießt. (vgh)

„Mirrors“, Mala, Brownswood

Für sein neues Werk »Mirrors« war Mala in Peru unterwegs. Dort saugte der Dubstep-Produzent aus dem Süden Londons die peruanische Musik auf. Er traf lokale Künstler (Colectivo Palenke, Danitse, Asociacion Juvenil Puno and Sylvia Falcón) und nahm mit ihnen Musik auf, sammelte Field Recordings in den Anden, den Regenwäldern und den Städten. All die Eindrücke arbeitete Mala in sein eigenes Verständnis von Musik ein. »Mirrors«, das jetzt auf Gilles Petersons Brownswood Recordings erscheint, vereint Panflöte mit grimmigen Bässen, vereint London und Lima. Genial! (hv)

„Lunar Love“, Mop Mop, Agogo

Wenn eine geile Truppe immer noch besser wird ist das natürlich ein Genuss, der seinesgleichen sucht. Endlich fand Andrea Benini auch das bisher noch fehlende I-Tüpfelchen im warmen, satten Groove Sound, ohne sich dadurch auch nur einen Millimeter zu verbiegen oder Kompromisse einzugehen. Indem Mop Mop ihren typischen Dub-Jazz-Funk-Sound für traditionelle Gnawa-Rhythmen öffnen, haben sie zwar die „Isle Of Magic“ verlassen, aber der Ort, den die Band ansteuert, ist noch exotischer: „Space will be my home!“ Das erste Halbjahr 2016 hat sein Album gefunden. (vgh)

„All is one – one is all“, Gandalf, Real Music

Gandalf kann schon auf eine lange Discografie zurückschauen. Seit Anfang der 80er Jahre schon widmet er sich seiner Vision von Entspannungsmusik, die immer mit viel Kreativität verbunden ist. Das tragende Instrument ist diesmal Klavier, welches ab und zu von einem Cello, gelegentlich auch von Frauengesang, Flöten, und Gandalfs E-Gitarre untermalt wird , die ein bißchen noch an die 70er Jahre erinnert. Die Musik hat symphonischen Charakter und ist der Kanarischen Insel La Palma gewidmet. (lt)

“ Fokus – 432 Hertz “ , Michael Reimann , Amra Records

Der Titel ist Konzept: Dies ist eine Musik, die hilft, uns zu fokussieren. Die Frequenz von 432 Hertz gleicht unsere Gehirnhälften aus, bewirkt Stabilität, und fördert die spirituelle Entwicklung. Schon die Sumerer, Ägypter und Griechen stimmten ihre Instrumente auf diese Frequenz. Die Musik fängt leicht rhythmisch an und bewegt sich mit der Zeit immer mehr in einen Ruhepol hinein, der einen fühlbar entspannen lässt. (lt)

„Pianavia“, Heiner Rennebaum, jazzsick

Pianavia ist stilistisch schwer einzuordnen. Die sechs Stücke sind ausschließlich auf akustischen und elektroakustischen Instrumenten eingespielt. Die Kompositionen schlummerten als Skizzen auf der Festplatte von Heiner Rennebaums Produktions-Computer, bevor er im Sommer des letzten Jahres das Album produzierte. Ähnlich Brian Eno, der genervt durch die Musikberieselung in der Wartehalle des Köln/Bonner Flughafen die Idee zu Music for Airports hatte, hat Heiner Rennebaum mit Pianavia die Musik produziert, die er selbst hören möchte, wenn er runterkommen will. (ma)

„Chant with Love“ , Shanti Omkara, Pitanga Music

Weniger ist mehr ! Dieses mit nur einer Gitarre als einziges Instrument eingespielte Album des Paares Karin und Rainer, die sich jetzt “ Shanti Omkara “ nennen, zeugt von diesem Spruch. Entgegen den so vielen anderen teilweise überladenen und überproduzierten Veröffentlichungen in der Mantraszene tauchen wir hier in die Kunst der Stille ein. Gerade deswegen haben die Stücke Ohrwurmcharakter, und bekannte Stücke wie das Gayatri Mantra, Loka und Gate Gate laden dazu ein, in den harmonischen Wechselgesang des Paares mit einzustimmen. (lt)

„Yoga – Om & Ocean“, Sayama/ Richard Hiebinger, Edition RichArt

Du hast einen anstrengenden Tag gehabt, kommst nach Hause, und jetzt legst Du diese Entspannungsmusik ein. Sofort bist Du wieder im Selbst angekommen. Ja, genauso fühlt sich das auf der neuen Doppel-CD von Richard Hiebinger alias Sayama an. Sparsam eingespielte Klänge von Klangschalen, Klavier und Cello in Kombination mit indischen Instrumenten wie Tambura, Sitar und Bansuri schaffen einen Klangteppich zum relaxen. Die 2. CD des Albums ist dann noch meditativer. Nur noch Klangschalen, Om Gong, Tambura und Meeresrauschen. (lt)

„Colour“, Pete Josef, Indigo

Mit Zitaten von Kollegen endet manchmal ein CD-Tipp, weil’s da ein anderer eben nochmal anders auf den Punkt gebracht hat wie es klingt. Und das kann eine wunderbare Ergänzung der eigenen Zeilen sein. Ich lese gerade die Worte von Herrn Rütten über dieses Werk, der da schreibt: „Solch ein Album wird nur alle paar Jahre veröffentlicht, scheinbar wie aus dem Nichts kommend, um dann für immer zu bleiben.“ Was soll ich denn da jetzt noch hinzufügen? Pop, Jazz, Folk, Soul und auch ganz was eigenes. Anspieltipps: „Move on“ und „Colour“. Wunderbare Songs. (vgh)

„Elements“, Ludovico Einaudi, Universal

Schwer zu beschreiben, was Einaudis Musik so einzigartig macht. Sind es die feinen Nuancen, diese feinen Verwebungen der Klänge, nie aufdringlich, nie zuviel oder zu wenig. Irgendetwas trägt diese Musik und trägt den Hörer. Der Aufbau dieses Albums ist derart harmonisch, dass einerseits alle Stücke einen ganz eigenen Charakter haben, zum anderen aber ein harmonisches Ganzes ergeben. Es ist, als ob man sich, während man die CD einlegt, aufmacht zu einer Reise, getragen wird durch verschiedene Landschaften und dann sanft wieder entlassen wird. (ha)

„Luys I Luso“, Harutyn Topikyan + Tigran Hamasyan, EMC

Spirituelle, uralte Musik aus Armenien, neu arrangiert und mit einem gefühlvollen Piano begleitet von Tigran Hamasyan. Er nimmt die kirchliche Schwere aus den Chören und öffnet dieser ewigen Musik die Tore zum tiefen Atmen, entzücktem Zuhören und zum gemeinsamen Aufbruch in ein neues Zeitalter. Ich wurde auf diese unglaubliche CD aufmerksam, als ich Gilles Peterson sagen hörte, dass dies grad seine Lieblingsmusik auf langen nächtlichen Autofahrten wäre. So ungewöhnliche, wunderbare Musik. Und doch gleich so archaisch vertraut. (vgh)

„The Epic“, Kamasi Washington, Brainfeeder

Es ist ja schon alles gesagt worden über dieses Riesenviech von Jazz Album. Ganz neu ist es ja inzwischen auch nicht mehr. Aber was soll denn hier sonst noch folgen nach Einaudi und Hamasyan? „Dass man auch nach fast drei Stunden nicht müde wird, diese Musik zu hören, liegt daran, dass die Musik wie ein Vulkanausbruch über einen herfällt, an allen Ecken und Enden explodiert es und dazwischen fließt das Lava ruhig dahin.“ (mu) Ein Meisterwerk, vor dem sich jeder Liebhaber guter Musik verneigen sollte. Da braucht man nicht um den heissen Brei herumreden. (vgh)

„Sleep“, Sleep, Universal

Die Tage werden kürzer. Das Licht wird langsam weniger. Es wird früher dunkel. Was für ein Segen. Hier ist nämlich die Schlafmusik des Jahres. Der Soundtrack für den kommenden November quasi. Der ausgeschlafene Künstler heisst Andreas Spechtl, kommt aus Österreich und weiss womöglich wovon er musiziert. Ausserdem ist dieses Album so chillig, versponnen und multikulti, dass ich als Autor dieser Zeilen mich gern nochmal umdrehe, weiterdöse und weiterträume. Ob „Sleep“ von Sleep für jeden AURA Leser empfehlenswert ist? Da muss ich erst drüber schlafen….(vgh)

„Real Blues“, St. Germain, Warner

Ludovic Navarre lebt nach eigener Aussage seit seinem 15. Lebensjahr nur in der Nacht. Genau 15 Jahre sind vergangen seit „Tourist“, dieser unglaubliche House/Jazz Klassiker aus Frankreich erschienen ist und man sich gar nicht mehr satt hören konnte an St. Germain. Bestimmt ging es vielen Hörern so wie mir, die sich in der Zwischenzeit gefragt haben, was wohl aus ihm geworden ist. Nun ja, das Genie hat sich einfach Zeit gelassen. Nacht für Nacht für den Real Blues. Im Oktober erscheint das Ding. Vielleicht wird es mir den Schlaf rauben…(vgh)

„Bhakti without borders“, Madi Das, Magnetic Melodies

Es gibt diese CDs mit Ohrwurmcharakter, die man nicht mehr ablegen möchte, sobald man sie aufgelegt hat. Hier reiht sich ein schönes Stück nach dem Anderen. Es spielen und singen Musiker aus der Bhakti Tradition. Gesungen werden Bhajan-Mantras auf Sanskrit im westlichen Gewand. Indische und westliche Elemente wie Country und Bluegrass werden spielend miteinander verbunden. Madi Das singt ganz nach dem Vorbild seines Produzenten Dave Stringer auf jedem Track mit einer anderen Sängerin, die allesamt wunderschön ausgebildete Stimmen haben. (lt)

“ Divine Woman „, Hari Bhajan Kaur Khalsa, Spirit Voyage

Hari Bhajan Kaur ist uns schon vertraut durch die Alben, die sie zusammen mit Sat Hari Singh zusammen veröffentlicht hat. Jetzt hat sie ein Solo-Album veröffentlicht. Es erinnert vom instrumentalen Arrangement stark an die gemeinsamen Alben. Doch hier dominiert das göttlich Weibliche, wie nicht nur im Titel ersichtbar. Die ganze CD ist auf diesen Themenschwerpunkt aufgebaut und Hari Bhajan Kaur setzt das fabelhaft um. Mann/ Frau wundert sich , warum diese begabte Sängerin so lange gebraucht hat, um ein Solo-Album zu veröffentlichen. (lt)

„Just the two of us“, Caecilie Norby & Lars Danielsson, ACT

Gleich mit dem ersten Stück einen Klassiker von Joni Mitchell klauen. Wer darf das schon, bis auf ein paar wenige Ausnahmesängerinnen, auf diesem Planeten?! Weiblicher Gesang auf den Punkt, hauptsächlich begleitet vom Bass des Ehemanns. Beide bereits, jeder für sich, große Stars in der skandinavischen Jazz Szene. Sehr intim, sehr reduziert, sehr…auf den Punkt eben. Eine gute Ehe kann bekanntlich perfekt sein, wenn sie etwas drittes, höheres erschafft. Das können Kinder sein. Oder auch ein Album wie dieses. (vgh)

„Distance“, Martin Tingvall, Skip

Mit »Distance« beschreitet Martin Tingvall den eingeschlagenen Weg seiner Solo – Werke konsequent weiter. »Auf der Suche nach Distanz bin ich nach Island gereist und habe dort viel Inspiration für die Musik zu diesem Album bekommen. Einem Land, das einem eine ganz neue Perspektive gibt.« »Abstand vom schnelllebigen Alltag – eine kleine Pause – ein wenig Distanz – Ruhe und Zeit für neue Perspektiven.« Formulierungen, mit denen der in Hamburg lebende schwedische Pianist versucht, seinen Beitrag zum Innehalten im tagtäglichen Overload zu beschreiben. (jp)

„Hafa“, DJ Izem, Bandcamp

Zum Schluss eine chillige Weltreise mit DJ Izem, alias Jeremie Moussaid Kerouanton. Das Cafe Hafa jedenfalls befindet sich in Tanger (Marokko) und wenn der Izem von dort seine Inspiration erhält, dann muss das ein ziemlich geiler Ort sein. Möglicherweise bezieht er von dort diesen Rundblick, der ihn einmal mehr nach Portugal und schließlich nach Afrika und Südamerika blicken und klingen läßt. Dabei bleibt er stets modern, elektronisch, positiv, zeitlos und gefühlvoll. Immer nah am grenzenlosen Ozean und ziemlich bei sich selbst. (vgh)

“ Into being“, Praful, Mystic Productions

Praful, der bis jetzt eher als Weltmusiker unterwegs war, hat diesmal ein Mantraalbum aufgenommen. Das ist kein Zufall, hat er doch bereits mit Deva Premal und Satyaa & Pari zusammengearbeitet. Doch es ist nicht ein Mantraalbum wie viele Andere, die CD besticht durch ihre professionellen Arrangements, die im Pop – oder eben auch im Weltmusikbereich anzusiedeln sind. Praful spielt denn auch fast alle Instrumente und singt selber, es sind aber auch einige nicht unbekannte Gastmusiker/innen mit von der Partie. (lt)

„Surrounded by sea“, Andy Sheppard Quartett, ECM

Andy Sheppard liebt feine Klangnuancen. Er spielt die Töne nicht, er modelliert sie. Sein Klang: ein Tanz der fein geschwungenen Formen. Schon lange steht Sheppards Sound für besondere lyrische Schönheit – die man schon bisher für unübertrefflich halten konnte. Weit offene Landschaften erschließt der große Melodiker hier. Es sind Landschaften voller zarter Anmut – und von einem lyrischen Zauber, der immer wieder überrascht. Landschaften, die zum Entdecken einladen. Und zum darin Verweilen. Selbst wenn man sonst keinen Jazz mag. (br)

“ Satsang moon “ , Dhyan Pradeep, Dharma Music

Statt wie seine Sitarkollegen auf Virtuosität zu setzen, bleibt Dhyan Pradeep aus Pune/ Indien auf seinem Album in einer durchgehend entspannenden Stimmung , dem sogenannten Alap, auf die Begleitung von Rhythmusinstrumenten verzichtend. Dadurch sind diese Sitaraufnahmen , die sporadisch von einer geigenähnlichen Dilrupa und einer tamburaähnlichen Taanmandal begleitet werden, hervorragend für Meditation und Yoga geeignet. Am besten hört man sie am Ende des Tages, da die Stimmung der Ragas dem Abend bzw. der Nacht entsprechen. (lt)

„Journey“, Cataleya Fay, Electromantica

Cataleya Fay widmet ihre Lieder und Kompostionen den großen Themen des Lebens. Mit viel Gefühl singt und schreibt sie über Individualität, Mut und Inspiration. Mit Journey liegt jetzt ihr zweites Album vor. Auch hier bewahren die Songs die Fragilität und Persönlichkeit von ihren Live-Auftritten, gehen aber musikalisch den konsequent nächsten Schritt, den die Studioarbeit ermöglicht. Homogen ergänzen sich auf dem Album Songs, die fast ausschließlich aus Klavier oder Gitarre und Cello bestehen, mit Songs, die weltmusikalisch beeinflusst sind. (ca)

„Natureboy“, Flaco, Five Easy Pieces

Auch 2015 gibt es Alben und Klänge, die man auf diese Weise noch nie gehört hat. Eine Vertonung der Natur und der Rituale von Naturvölkern ohne jeglichen religiösen oder esoterischen Pathos. Und wie in der Natur schwingt und klingt und vibriert es in einem ständigen Auf-und Ab der Stimmungen und Geschehnisse. Mein Anspieltipp ist „Twelve O’Clock Shadows“ , ein ruhiges, faszinierendes Stück, das einen gleich beim ersten Ton an die Hand nimmt, in eine faszinierende Klangwelt entführt – und so schnell nicht mehr losläßt. Ein wunderbares Album. (vgh)

„The Light Years of the Darkness“, Emanative, Juno Records

„The Light Years Of The Darkness“ is an exciting journey through contemporary spiritual jazz sounds, incredible grooves and intense vibes. Some of the names who worked on this project are Jessica Lauren, Four Tet, Tamar Osborn, Ahmed Abdullah, Finn Peters, Valerie Etienne and many more. Every track on this record features a highly original approach in rhythm and atmosphere and mostly stretches over the ten minutes mark. A lot of different elements come together in this dynamic blend of ethnic grooves – and it’s all for a good cause. (mo)

„The Banana Remixes“, Mo‘ Horizons, Global Soul

Nun aber wieder zurück auf die Erde und ab nach groovy Hannover, das erneut gar nicht nach Niedersachsen, sondern nach Brasilien und einer vollen, verschwitzten Tanzfläche klingt und dort wiedermal bestechend hervorragend funktioniert. Diese Kontinuität mit bewährten Zutaten soll den Jungs von Mo‘ Horizon erstmal jemand nachmachen. Der erste Teil der Remixe bezieht sich auf das letzte Album. Und nachdem sich herrlich verspielt ausgetobt wurde, geht’s danach erst richtig los. Was für eine satte, gut gelaunte, groovige, geile Packung. (vgh)

„Souvenance“, Anouar Brahem, ECT

Ganz große Kunst. Unter dem Eindruck des arabischen Frühlings wollte und konnte der Komponist eine zeitlang nicht zur Feder und zur Oud greifen. Umso großartiger und anmutiger ist sein neues Werk „Souvenance“ (Erinnerung) geworden, das Ende letzten Jahres auf ECM erschienen und am 4. Dezember im Münchner Prinzregententheater bereits uraufgeführt wurde. Die Leichtigkeit und Verspieltheit seiner früheren Alben musste allerdings – und das liegt vermutlich an den Ereignissen – einer gewissen Dramatik weichen. Wer sich darauf einlässt, wird ziemlich belohnt. (vgh)

„Aural Colours“, David Helbock Trio, Indigo

Wenn Genies richtig Spass haben, dann hört sich das Ergebnis so an wie die neue CD des gefeierten österreichischen Pianisten. Er muss ja keinem mehr was beweisen und darf einfach loslegen mit einem Groove, der sich erfrischend abhebt von vielen anderen Jazz Trios. Was das Piano und die Bass-Ukulele so miteinander treiben (!) kann man nur als vibrierenden Sound Teppich wahrnehmen, auf dem Helbock dann auch gern wieder ruhigere Töne anschlagen kann. Der Kollege Van Thom bringt es auf den Punkt: Schönes, dynamisches Album von spielfreudigen Künstlern! (vgh)

„Lost Memory Theatre, Act 2“ Jun Miyake, Soulfood

Noch so ein Genie. Vermutlich ein wenig aufgebauscht (sorry) durch den Tod von – und Wim Wenders Film über – Pina Bausch (schäm) , inszeniert der japanische Komponist nun schon den zweiten Teil seines Lost Memory Theatres. Wie kein anderer versteht es der Künstler derart viele Stile, Klangbilder und Einflüsse zu einem organischen Ganzen zu weben. Langeweile kommt niemals auf, sondern man fühlt sich vielmehr hineingezogen in einen magischen Sound, den man auf diese Art nur bei ihm zu hören bekommt. Das ist gewiss ein Kompliment. Aber nicht gross genug. Listen! (vgh)

„The Nature of Connections“, Arve Henriksen, Rune Grammofon

Auch so ein Magier, der sich nebenbei als Alchimist betätigt. Die Töne, die der Norweger seiner Trompete entlockt, klingen nicht wie von dieser Welt. Sein einzigartiger Stil erinnert eher an den von exotischen Flöten oder gar der körperlosen Stimmen von bisher unentdeckten Lebensformen. Jeder dieser tief melancholischen Songs ist eine intime Widmung an die Kraft, die die Welt im Innersten zusammenhält. Sein schwermütiger Waldeinsamkeits-Jazz strahlt in matten und satten Farben zugleich. Norwegen auf Platte gebannt. (kc)

„Magic Moments 7 / Sounds of Surprise“, Diverse, ACT

Schon ja. Hier bekommt man was für sein Geld. Manchmal darf man durchaus skeptisch sein, wenn Labels einen hauseigenen Sampler veröffentlichen. Aber ACT – preisgekrönt und stolz wie eh und je – liefert zuverlässig eine Bandbreite ihres Programms, das mittlerweile schon wie das Who is Who der Deutsch/Skandinavischen Jazz Szene gilt. Nils Landgren singt diesmal „Broken Wings“ aus den 80ern. Der darf das. Sonst auch nur gute, interessante Tracks. It’s in the mix. Magic Moments macht Lust auf mehr. Das muss ein Sampler können. Aufgabe erfüllt. (vgh)

„Higher, Wider, Deeper“, Janin Devi, www.silenzio.de

Janin Devi leitet eine neue Epoche ein. Die Verbindung von spirituellen Songs und Mantras mit Popmusik gelingt ihr spielend. Sie hatte ja auf ihren Vorgängeralben schon hervorragend scheinbar unvereinbare Stilrichtungen miteinander verwoben , wie zum Beispiel Mantras mit Harfe begleiten zu lassen. Die ersten Tracks klingen schon richtig nach Popmusik, im Laufe der CD wird es dann entspannter und akustischer. Janins Stimme bedient sich dabei erstaunlicher Vielfalt. (lt)

“ Kundalini Chillout „, Krishan, www.silenzio.de

Das faszinierende an DJs ist, dass sie aus den ursprünglich eingespielten Aufnahmen etwas herausnehmen, um es so zu präsentieren, wie man es vorher noch nie gehört hat. Krishan beherrscht diese Fähigkeit so gut, dass seine remixten Stücke das Original meistens sogar noch übertreffen. Seine beiden Alben ( der Vorgänger: Bhangra Remix ) hören sich an wie ein “ Best of “ der Kundalini Yoga Muskszene. Da bekommt man richtig Lust, in die Originale auch nochmal reinzuhören. (lt)

„Lieblingsfarben und Tiere“, Element Of Crime, Universal

Also wenn hierzulande überhaupt jemand etwas über Lieblingsfarben, Tiere und Dosenravioli in einem Atemzug singen darf, dann doch wohl Herr Regener. Mit Spannung und Vorfreude erwartet wurde das neue Werk von den wahren Schöpfern des neuen deutschen Liedguts. Die vier betagten Herren tun aber sowieso nur noch wozu sie Lust haben. Der Sänger tanzt auf unzähligen Hochzeiten, nuschelt sich durch Talk Shows und begeistert in seinen Konzerten. Aber egal – die neue Element of Crime ist da – und sie ist wunderbar. (vgh)

„The movie album“, Till Brönner, Universal

Gleich noch so eine hiesige musikalische Ikone. Von vielen Jazz Freaks verpönt, vom Mainstream umschwärmt, liefert Herr Brönner mit jedem Album und in jeder Kooperation doch ziemliche Qualität ab und hält die Fahne des deutschen Jazz oben. Jetzt also ein Movie Album. Haben andere auch schon gemacht. Gastmusiker hat er mit an Bord geholt wie z.b. Gregory Porter. In Hollywood produziert. Schließlich an den großen Gott der Filmmusik angeschlossen, die unsterblichen Songs interpretiert, das Schwierige leicht aussehen lassen und Qualität abgeliefert. (vgh)

„Whole other“, Richard Spaven, Fine Line

Was soll denn anderes dabei raus kommen, wenn einer der besten Schlagzeuger der Welt eine Platte aufnimmt und eigentlich gar nicht vor hat elektronische Sounds mit akustischem Jazz verschmelzen zu lassen, obwohl er privat hauptsächlich elektronische Sounds und akustischen Jazz hört. Spaven hat sich also lediglich die Krone aufgesetzt für dieses Genre, in dem es im Augenblick kaum etwas besseres zu hören gibt als diesen Leckerbissen von Platte. Und die ganz Arroganten dürfen jetzt getrost wieder behaupten, dass keine Ahnung hat, der das nicht liebt. (vgh)

„Jazz at Berlin Philharmonic II : Norwegian Woods“, Various Artists, ACT

Es war wieder einer dieser Abende mit magischen Momenten, welche die Reihe „Jazz at Berlin Philharmonic“ so sicher generiert. Knut Reiersrud, Solveig Slettahjell, Bugge Wesseltoft, Morten Qvenild und sein Trio In The Country demonstrieren wie unter einem Brennglas die Gründe für den Erfolg des norwegischen Jazz: Die Besinnung auf die eigenen Wurzeln, also auf die norwegische Volksmusik und Klassik. Also nicht nur Norwegian Wood, sondern Norwegian Jazz, der ganz unmittelbar und pur von diesem schönen Land erzählt. (atv)

„Shamans Return“, Rishi + Hashil, www.silenzio.de

Eine schamanische-mystische und rituelle Reise mit viel Trommeln, Perkussion und Gesang. Atmen, Tanzen, Reise, Stille und Rückkehr. Ein kraftvoller Prozess für Heilung, Klärung und schamanische Reisen. Sich bei rhythmischen Grooves durch Schütteln und Tanzen vom Stress des Alltags befreien. Dynamische Trommeln, Perkussion und Gesang unterstützen die ersten beiden aktiven Phasen. Dann lassen dir die schamanischen Trommeln Flügel wachsen, worauf dich die sanften Klängen der Sansula und des Monochords wieder zur Erde zurückbringen. (sil)

„FM Biography“, Johanna Borchert, Yellowbird

Die Berliner Pianistin holt mit diesem Album aus zum nächsten Quantensprung. Manchmal düster, immer magisch und musikalisch erste Sahne. Künstlerisch besonders wertvoll. Im letzten Moers Festival gab’s die gefeierte Premiere. (vgh)

„Dzen“, Adjiri Odametey, Africmelo

Sein letztes Album lief hier in der Redaktion wochenlang rauf und runter. Mit „Dzen“ gibt der symphatische Künstler aus Ghana nun erneut ein leichtes, unaufdringliches und authentisches Glanzstück afrikanischer Musik zum Besten. (vgh)

„Joy in spite of everything“, Stefano Bollani, ECM

Einer der besten Jazz Pianisten der Welt kommt aus Italien und sieht alles etwas lockerer und nicht so ganz eng. Das neue Album wurde in New York mit nicht minder weltklasse amerikanischen Musikern aufgenommen. It’s in the mix! (vgh)

„Little drop of poison“, Rebekka Bakken, Universal

Tom Waits kommt langsam aber sicher in die Liga der ‚zu Lebzeiten am meisten gecoverten Komponisten’. Und das ist immer ein mutiges Unterfangen, denn der Meister erfreut sich bester Gesundheit und haut selbst alle paar Jahre eine weitere Soundgranate hinaus. Nach dem ersten Seufzer dann aber doch sich einlassen und schon weicht die Skepsis einem erstaunten Hörgenuss, denn die Dreifaltigkeit aus Tom Waits Songs, Rebekka Bakkens Wahnsinnsstimme und die Unterstützung der HR-Bigband funktioniert gut. Sehr gut sogar. (vgh)

“In her name”, Sudha, www.silenzio.de

Nach dem großen Erfolg ihres Albums Sharanam entstand nun diese CD mit Chants, die der Verkörperung des göttlich Weiblichen gewidmet sind. Sudhas natürlicher Gesang erhebt sich durch die Stücke des Albums, das sie in Kooperation mit den deutschen Weltmusik/Fusion Musiker Praful produziert hat. Die sieben Tracks bieten Gesänge aus verschiedenen Weltkulturen. Eine Vielzahl akustischer Instrumente wie Gitarre, Bambusflöte, Piano und Tabla verschmilzt mit Prafuls ätherischem Klangambiente und vervollständigt so den feinen, herzvollen Gesang. (sil)

“Magnetica”, Quantic, www.quanticmusic.bandcamp.com

Dieser Will Holland ist ein hochbegabter Global Player. Da muss man als normalsterblicher Konsument schon mal den Hut ziehen, wie der britische Musiker / DJ / Produzent dieses empfindliche Weltmusik Genre immer wieder neu erfrischt. Der Kollege Michael Rütten schreibt über ‚Magnetica’ sogar: „Das ist Musik, die aus der Welt einen besseren Ort machen kann.“ Verspielt, leichtfüßig, psychedelisch, international, bodenständig, akustisch und elektronisch verschmelzen hier Klänge und Stile u.a. aus Äthopien, Jamaika, Brasilien und Kolumbien. (vgh)

“OK World”, Bugge Wesseltoft, Jazzland

Wieder etwas den „New Conceptions of World Music and Jazz“ zugewandt hat sich, der nicht minder geniale Alleskönner aus Norwegen. Nach ein paar ruhigeren Solo Piano Alben begab er sich auf eine Weltreise und hat dabei mit Freunden aus Spanien, Indien, Libanon und Ägypten dieses Weltmusik-Juwel aufgenommen. Wesseltoft verschmilzt hier seinen eingängigen Piano Jazz mit den unterschiedlichsten Weltmusik Elementen. Auch nach dem Genuss dieser Scheibe hat man den Eindruck, als ob diese Welt irgendwie ok sei. Was will man denn mehr?! (vgh)

“I sea”, Rolf Beydemüller, Newhearland

Anfang des letzten Jahres waren wir tagelang verzaubert von „Chariad“, dieser mystisch, musikalischen Reise von „White Canvas“. Der musikalische Leiter dieser ungewöhnlichen Band überrascht uns nun mit einem ruhigen akustischen Gitarren- Solo-Sommeralbum und beschreibt darin eine musikalische Ode über die Beziehung vom kleinen Ich zum großen Meer. Und tatsächlich fühlt man sich schon nach den ersten Stücken etwas weiter, ruhiger und gelassener, während man das Salz des Meeres fast riechen und die sanften Wellen dazu beinahe plätschern hören kann. (vgh)

“Magic”, Sergio Mendes, JPC

Also wenn Herr Mendes nicht den rythmischen Soundtrack für die WM in Brasilien liefert, wer dann? Aber nicht nur für Fußball –Fans erzeugt die Magie des Altmeisters wieder mal ein geiles brasilianisches Sommergefühl. (vgh)

„Early Riser“, Taylor McFerrin, Brainfeeder / Flying Lotus

Natürlich muss man zuerst an den Papa denken, wenn man das Debut von Taylor McFerrin in den Händen hält. Aber nicht lange. Sein Debut zieht einen schon ganz schön in den Bann. Soulig, jazzig, erdig, himmlisch. (vgh)

„House Masters“, Henrik Schwarz & Friends, Defected Presents

Aber jetzt ab auf die Tanzfläche: Defected presents diesesmal nämlich eine wunderbare Auswahl von Highlights der jüngsten Schaffensphase von Henrik Schwarz und Friends. No Limitation! Aber ehrlich…(vgh)

„The light get’s in“, Ensemble du Verre, Compost

Eine meditative Aura liegt über den elf Songs dieses Albums. Wie Glasstückchen in einer rotierenden Röhre werden Schlagzeug und Perkussion, Kontrabass, Saxofon, Gitarre und Fender Rhodes, selbst Vokalpassagen wiederholt gespiegelt, als programmierte Samples zurückgeworfen und mit ihren Ausgangspunkten neu zusammengefügt. Gebrochene Beats und Jazz-beeinflusste Rhythmen changieren dazu mit kontemplativen Ansätzen. „Absolut brilliant album with a strong soulful character and sophisticated next-level songwriting.” Renegades of Jazz (am)

“Liquid Spirit”, Gregory Porter, Blue Note

Alle Dekaden wieder haut das Blue Note Label einen so dermaßen heissen Kracher raus, dass nicht nur die Plattenfirma immer wieder gerettet und saniert wird, sondern die ganze Musikwelt – sowohl Fachpresse, als auch die geneigten Hörer – aufhorchen. Das war in den frühen 90igern die US 3, zehn Jahre später Norah Jones und im vergangenen Jahr eben Mr. Gregory Porter. Dieser Kerl mit der Wahnsinnsstimme musste erst 40 werden bis sich uns sein Soul/Jazz/Gospel/Blues/Spirit offenbarte. Mit „Liquid Spirit“ erobert er jetzt einfach mal den Rest der Welt. (vgh)

„Mantras, Beats & Meditations“, MC Yogi, www.silenzio.de

Auch auf ihn hat die Welt grade noch gewartet. Der multitalentierte, spirituelle MC Yogi kombiniert bewusste Reime und spirituelle Philosophie aus der Tradition des Yoga mit Hip Hop, Weltmusik und elektronischen Beats. Mit seinem perfekten Mix inspiriert er eine gerade neu entstehende Kultur von Yogapraktizierenden und Wahrheitssuchern immens. Das Album wird womöglich frischen Wind auf die Yogamatte bringen. Auf jeden Fall bläst und reimt er zum Frühjahr 2014 unseren Mantra und Meditationsmusik Einerlei gehörig den Marsch. (sil)

„Rio Bravo“, Nighthawks, Edel

Auf höchstem Level erfreuen uns die coolen Kölner Jazz/Electronic/Western-Freaks von Nighthwaks ganz zuverlässig alle drei Jahre wieder. Bereits die Songtitel der neuen hervorragenden Platte entführen den glücklichen Hörer in den tiefsten Südwesten der USA. Wenn eine coole Trompete auf satten Rhythmus, elektronische Trance und Westernromantik trifft, dann klingt das, wie ein Soundtrack auf höchstem Niveau und man dreht sich im Kopf am besten gleich den eigenen Film dazu. Mitten in der Nacht auf einem schier endlosen Highway mit einer guten Anlage. Enjoy! (vgh)

„Convergence“, Malia & Boris Blank, Universal

Es ist natürlich ein schlimmes, abgegriffenes Klischee, welche Musik in einer besseren Welt ganz oben in den Charts stehen würde. Und doch gibt es immer wieder solche Alben, bei denen man so ins Schwärmen kommt, dass man um solch blöden Gedanken nicht herum kommt. Bei dieser einmaligen Verschmelzung des Schweizer Yello Producers Boris Blank mit Malia der Soul/Jazz/Herzschmerz Lady kann man gleichzeitig getrost Abschied nehmen von alten Hör- und Denkgewohnheiten. No Jazz, no Pop, no Soul….”for me it’s Electronic Gospel“, sagt Malia. Aber ja doch. (vgh)

„Zuviel Information“, Annett Louisan, Sony

Zehn Jahren ist es jetzt her, dass sie uns erstmals verzaubert hat mit ihrer frechen, gefühlvollen, kindlichen Stimme. Von wegen sie will doch nur spielen. Dabei tut sie es immer noch und immer wieder gut. Vieles ist inzwischen überraschend anders, vieles wohltuend typisch. Das neue Album durchströmt irgendwie eine pulsierende Leidenschaft für kleine und große Geschichten und Gefühle, die sowohl tief empfundenes, ehrliches Pathos als auch anarchische Respektlosigkeiten zulassen. Annett Louisan macht eben Schweres leichter und Leichtes schwerer. (am)

„Private Pleasure III.“, Gottlob & Ostendorf, Rough Trade

Zum Abschluss dieser Hören Seite fliegt uns noch Housiges auf höchstem Niveau aus Düsseldorf um die Ohren. Die fleissigen Produzenten DJ’s haben wieder zugeschlagen und servieren vom ersten bis zum letzten Stück eine groovige Durchtanzparty. Mal funky, mal jazzy, laszive vocals hier, satte synthies dort. Sogar Sax, Gitarre und Keyboards kommen bewegt und sommerlich zur Geltung und lassen uns den Winter, der keiner war, getrost vergessen mit einem Drink in der einen und schnippenden Fingern in der anderen Hand. (vgh)

Music was my first love

(Stand 06/11)
Die erste Ahnung von Kundalini-Energie bekam ich nicht auf einer Tantra-Gruppe, sondern mit 16 Jahren auf dem Rücksitz von Heinz‘ blauen Fiat mit der geilen Anlage. Das Stück hieß „A smile is diamond“ und ich hatte eine neue Definition von Glück für mich entdeckt. Allerdings war Musik schon lange vorher meine erste Liebe. Während meine Eltern und Geschwister am Freitagabend vor der Glotze saßen, hing ich vorm Radio und lauschte die „Schlager der Woche“. Wartete auf Chris Roberts, später auf T-Rex oder Sweet und noch später auf die Sex Pistols oder die Ramones. Aber die kamen nicht bei den Schlagern der Woche. Also begann ich viele Platten zu kaufen. Und hier sind meine momentanen, ganz und gar individuellen, Top 100 CD’s
No. 1: Wesseltoft/Schwarz, Duo
No. 2: Miles Davis, Kind of Blue
No. 3: An Editions E.G. Compilation,
Angels In The Architecture
 
1. Wesseltoft / Schwarz, Duo 2. Miles Davis,Kind of Blue 3. An Editions E.G. Compilation, Angels In The Architecture
wesseltoft - schwarz, duo Miles Davis Kind of Blue Angels In The Architecture
     

4. Susanne Sundfør,

The Brothel

5. Brian EnoAnother GreenWorld 6. Walcott / Cherry / Vasconcelos,Codona 1- 3
Susanne Sundfør, Brian Eno Another Green World Walcott / Cherry / Vasconcelos,
     
7. Jun Miyake & Lisa Papineau, Stolen from Strangers 8. Element of Crime,Immer da wo du bist bin ich nie 9. Bugge Wesseltoft, Moving
Jun Miyake & Lisa Papineau, Stolen from Strangers Element of Crime, Bugge Wesseltoft, Moving
10. Jimmy Jørgensen, A Face In The Crowd11. Ketil Bjørnstad, The Rainbow Sessions

12. Bugge Wesseltoft, Playing

13. Talking Heads, Remain In Light

14. Wir sind Helden, Bring mich nach Hause

15. Fleetwood Mac, Rumours

16. Verneri Pohjola, Aurora

17. The Beatles, 1962-1966 [Disc 2]

18. The Beatles, 1967-1970 [Disc 1]

19. Coldplay, A Rush Of Blood To The Head

20. Element Of Crime, An einem Sonntag im April

21. Brian Eno (with Daniel Lanois and Roger Eno), Apollo –

Atmospheres & Soundtracks

22. The Rolling Stones, Beggars Banquet

23. ReBEKKA bAKKEN + wOLFGANG mUTHSPIEL, BELOVED

24. Nighthawks, Nighthawks 4

25. Roger Eno, Between Tides

26. Miles Davis, Bitches Brew

27. Bjork, Debut

28. Annett Louisan, Bohème

29. Arve Henriksen, Cartography

30. Mo‘ Horizons, Come Touch The Sun

31. Adjiri Odametey, Etou

32. Pink Floyd, Dark side of the moon

33. Tosca, Dehli9

34. Susheela Raman, Vel

35. Esperanza Spalding, Chamber Music Society

36. Ketil Bjornstad, Night Song

37. Wir Sind Helden, Die Reklamation

38. Klaus Wiese – Ted De Jong – M. Grassow, el-HADRA

(the Mystik Dance)

39. Mo Horizons, Mo‘ Horizons and the Banana Soundsystem

40. Van Morrison, Enlightenment

41. Bugge Wesseltoft, IM

42. Rolling Stones, Get yer ya yas out

43. ABBA, Gold

44. Enders Room, Human Radio

45. Niki Reiser, Im Winter ein Jahr (Original Soundtrack)

46. Red Fulka, We are one

47. Tosca, J.A.C.

48. Gotan Project, Lunatico

49. Lars Danielsson, Bugge Wesseltoft & Nils Petter Molvaer,

Mélange bleu

50. Nighthawks, Today

51. Element Of Crime, Mittelpunkt der Welt

52. Brian Eno, Music For Films

53. Llorca, New Comer

54. Tom Waits, Night On Earth

55. Endressen/Wesseltoft, Nightsong

56. Various Artists, Ocean’s Eleven Soundtrack

57. Natalie Merchant, Ophelia

58. Beth Gibbons & Rustin‘ Man, Out Of Season

59. Portishead, Third

60. Ravi Shankar & Philip Glass, Passages

61. Massive Attack, Protection

62. The Beatles, Revolver

63. Element Of Crime, Romantik

64. Miten & Premal, Satsang

65. Bugge Wesseltoft, Sharing

66. Prince, Sign O The Times

67. David Byrne, Songs From The Catherine Wheel

68. Rolling Stones, Sticky Fingers

69. Stefano Bollani Trio, Stone In The Water

70. Rolling Stones, Stripped

71. Rolling Stones, Through The Past, Darkly (Big Hits Vol. 2)

72. Wir Sind Helden, Von hier an blind

73. Element Of Crime, Weißes Papier

74. Nana Simopoulos, Wings And Air

75. George Winston, Winter Into Spring

76. Pink Floyd, Wish you were here

77. Trio Elf, 746

78. Alex Gunia, Bugge Wesseltoft & Nils Petter Molvaer, 9866

79. Beady Belle, At Welding Bridge

80. Paul Weller, 22 Dreams

81. The Beatles, A Hard Days Night

82. Daniel Lanois, Acadie

83. Kip Hanrahan, American Clave Anthology

84. Mo Horizons, And the new bohemian freedom

85. Anuoar Brahem, Barzakh

86. Quadro Nuevo, Grand Voyage

87. The Beatles, Beatles [White Album]

88. The Beatles, Beatles for Sale

89. Conjure, Cab Calloway Stands In For The Moon

90. Jan Garbarek Group, Dresden

91. Esbjörn Svensson Trio, E.S.T. LIVE

92. Eric Burdon & War, Eric Burdon declares „WAR“

93. Edgar Knecht Good Morning Lilofee

94. Geoffrey Oryema, Exile

95. Pressure Drop, Front Row

96. Element of Crime, Fremde Federn

97. Queen, Greatest Hits I

98. Muhammad Ali, Hits And Misses

99. Santana, Hits Of Santana

100. Neneh Cherry, Homebrew

         

„Nur ein Wort“

Buchbestellung

CoverGalerie

131_AURA_03_2009

Angebote

Manna

Manna

Manna

Manna

Manna

Manna

Akupressur

Karma

CHT

Drachenbaum